Registrierkassen- und Belegerteilungspflicht in Österreich

Liebe Anwender und Interessenten aus Österreich,

aus gegebenem Anlass haben wir ein paar Informationen zusammen gefasst, wie Sie auf www.wko.at zu finden sind.
Gerne können Sie detailliert dort auch eine Zusammenstellung als PDF herunterladen.
https://www.wko.at/Content.Node/Service/Steuern/Weitere-Steuern-und-Abgaben/Verfahren—Pflichten-im-oesterr–Steuerrecht/weitere_RegistrierkassenundBelegerteilungspflicht.pdf

Doch zuvor die wichtigste Frage: Erfüllen die TRADE Kassensysteme die Registriekassenpflicht?

Ja!
In Deutschland gibt es analog die sogenannten GDPDU. Auch hier müssen alle Barumsätze elektronisch erfasst und einzel belegt werden.
Natürlich werden alle rechtlichen Änderungen, auch künftige, durch Updates bzw. Upgrades aufgerüstet. So bleiben unsere Anwender immer auf der sicheren Seite.

Auszug aus den Erläuterungen der WKO zur Registrierkassenpflicht:

Neue Aufzeichnungspflichten seit 1.1.2016 für alle Bareinnahmen zum Zweck der Losungsermittlung

Ab 1.1.2016 gelten für Betriebe neue Aufzeichnungspflichten für alle Bareinnahmen zum Zweck der Losungsermittlung.
Die Neuerungen gelten nur für Barumsätze!

Der Begriff „Barumsätze“ umfasst auch die Zahlung mit Bankomat- oder Kreditkarte, die Hingabe von Barschecks oder ausgegebenen Gutscheinen, Bons, etc.

Sämtliche Steuerpflichtige, die für steuerliche Zwecke Bücher und Aufzeichnungen zu führen haben, müssen ihre Bareinnahmen künftig einzeln aufzeichnen.

Einzelerfassung mittels Registrierkasse

Betriebe (Gewerbe, selbständige Tätigkeit und Land- und Forstwirtschaft) haben zur Einzelerfassung der Barumsätze zwingend ein elektronisches Aufzeichnungssystem (Registrierkasse) zu verwenden

Ausnahme:

der Jahresumsatz überschreitet je Betrieb netto 15.000,00 € nicht
die Barumsätze dieses Betriebes überschreiten nicht 7.500,00 € netto im Jahr
Hinweis: Beide Grenzen müssen überschritten sein, damit eine Registrierkassenpflicht besteht.

Unter Registrierkasse versteht man jedes elektronisches Datenverarbeitungssystem, das elektronische Aufzeichnungen zur Losungsermittlung und Dokumentation von Barumsätzen erstellt (z. B. Registrierkassen, serverbasierte Aufzeichnungssysteme, Waagen, Taxameter etc.).

Änderungen ab 1.1.2017

Ab 1.1.2017 müssen alle Kassensysteme zusätzlich über einen Manipulationsschutz, eine technische Sicherheitseinrichtung verfügen.
Diese Sicherheitseinrichtung besteht aus einer Verkettung der Barumsätze mit Hilfe der elektronischen Signatur der Signaturerstellungseinheit.
Jede Registrierkasse muss über folgende Eigenschaften verfügen:

Datenerfassungsprotokoll
Drucker oder Vorrichtung zur elektronischen Übermittlung von Zahlungsbelegen
Schnittstelle zu einer Sicherheitseinrichtung mit einer Signaturerstellungseinheit
Verschlüsselungsalgorithmus AES 256
Kassenidentifikationsnummer
Details zu den technischen Voraussetzungen sind in der Registrierkassensicherheitsverordnung geregelt.

Belegerteilungsverpflichtung

Unternehmer haben ab 1.1.2016 die Verpflichtung bei Barzahlungen einen Beleg zu erstellen und dem Käufer auszuhändigen. Dieser muss den Beleg entgegennehmen und bis außerhalb der Geschäftsräumlichkeiten für Zwecke der Kontrolle durch die Finanzverwaltung mitnehmen.
Jeder Beleg muss folgenden Inhalt aufweisen:

Bezeichnung des leistenden/liefernden Unternehmens
fortlaufende Nummer mit einer oder mehreren Zahlenreihen, die zur Identifizierung des Geschäftsvorfalls einmalig vergeben werden
Tag der Belegausstellung
Menge und handelsübliche Bezeichnung der Ware oder Dienstleistung
Betrag der Barzahlung
ab 1.1.2017 bei Verwendung von elektronischen Kassen mit Sicherheitseinrichtung: Kassenidentifikationsnummer, Datum und Uhrzeit der Belegausstellung, Betrag der Barzahlung nach Steuersätzen getrennt, maschinenlesbarer Code (OCR-, Bar- oder QR-Code)
Vom Beleg muss der Unternehmer eine Durchschrift oder elektronische Abspeicherung machen und wie alle Buchhaltungsunterlagen sieben Jahre aufbewahren.

Achtung:
Die Belegerteilungsverpflichtung gilt ab dem ersten Barumsatz (egal ob Kassenpflicht besteht oder nicht) für jeden Unternehmer ab 1.1.2016. Ausnahmen gibt es nur für die Kalte-Händeregelung, Feuerwehrfeste und dergleichen.

[…]

Beginn der Registrierkassenpflicht

Ab dem erstmaligen Überschreiten der oben genannten Grenzen muss der Unternehmer mit Beginn des viertfolgenden Monats nach Ablauf des Voranmeldezeitraums für die Umsatzsteuer (Kalendermonat oder Kalendervierteljahr) ein geeignetes Kassensystem haben.
Die Umsatzgrenzen beziehen sich auch auf Zeiträume vor dem 1.1.2016. Das heißt, dass schon die Umsätze des Jahres 2015 für die Bestimmung des Zeitpunktes der Kassenpflicht herangezogen werden. Das bedeutet, dass Betriebe, die bereits im September 2015 mehr als € 15.000,– Jahresumsatz und davon mehr als € 7.500,– Barumsätze haben per 1.1.2016 ein geeignetes Kassensystem haben müssen.

[…]

Übergangsregelung

Wird die Registrierkassen- und Belegerteilungspflicht im 1. Quartal 2016 (Zeitraum 1.1.2016 bis 31.3.2016) nicht erfüllt, hat das keine finanzstrafrechtlichen Konsequenzen.

Im 2. Quartal 2016 (Zeitraum 1.4.2016 bis 30.6.2016) werden von der Abgabenbehörde bei Nichterfüllung der Registrierkassen- und Belegerteilungspflicht keine finanzstrafrechtlichen Konsequenzen vorgenommen, wenn der Unternehmer besondere Gründe für die Nichterfüllung dieser Pflichten glaubhaft machen kann (z.B. die Anschaffung einer Registrierkasse war aufgrund Lieferschwierigkeiten durch einen Kassenhersteller nicht möglich oder die Installation der notwendigen Software war mangels notwendiger fachlicher Beratung durch IT-Servicefachmann nicht rechtzeitig möglich).

Steuerliche Förderungen

Als Unterstützung zur Finanzierung der vorgeschriebenen Systeme (Anschaffung oder Umrüstung) ist eine beim Betriebsfinanzamt beantragbare Prämie in Höhe von € 200,– pro Kassensystem (maximal aber € 30,– pro Erfassungseinheit) vorgesehen.

Die Prämie kann bei der jeweiligen Steuererklärung mittels Beilagenformular E108c geltend gemacht werden, wird dem Abgabenkonto gutgeschrieben und stellt keine Betriebseinnahme dar (d.h. sie ist steuerfrei). Für die Inanspruchnahme müssen die Ausgaben jedoch vor dem 1.1.2017 erfolgen.

Die Anschaffungskosten bzw. die Umrüstkosten sind nicht über mehrere Jahre zu verteilen (abschreiben), sondern können sofort im Jahr des Aufwandes in voller Höhe als Betriebsausgabe angesetzt werden.

Sanktionen bei Nichtbefolgung der Vorschriften

Besteht Registrierkassenpflicht und verfügt der Unternehmer ab 1.4.2016 (bzw. 1.7.2016) über keine Registrierkasse bzw. verfügt die Registrierkasse ab 1.1.2017 über keine technische Sicherheitseinrichtung, stellt das eine Finanzordnungswidrigkeit dar und wird mit einer Geldstrafe bis zu € 5.000,– geahndet.
Außerdem besteht die Gefahr, dass die sachliche Richtigkeit der Bücher und Aufzeichnungen angezweifelt wird, was die Schätzung der Besteuerungsgrundlagen durch die Abgabenbehörde zur Folge haben kann.

Zusammengefasst aus:
https://www.wko.at/Content.Node/Service/Steuern/Weitere-Steuern-und-Abgaben/Verfahren—Pflichten-im-oesterr–Steuerrecht/Registrierkassen–und-Belegerteilungspflicht.html,
Stand: 20.01.2016

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